Als begeisterter Segelflieger habe ich vor gut einem Jahr eine ASW28 von Graupner mit einer Spannweite von etwas über 4 Meter gekauft. Der Hauptgrund lag an dem Interesse eines Scaleseglers, dem schönen Flugbild und der Möglichkeit auch anderes Equipment, wie zum Beispiel eines Variometer oder GPS Logger einzubauen. Platz gibt es in diesem dicken Rumpf ja genug. Nachdem die Hangflugtaufe an der Teck im Jahr 2011 auch bei relativ starkem Wind hervorragend geklappt hat, muss man sich überlegen, wie man diesen 6,5 kg Segler auch im Flachland in die Luft bekommt. Diesen Rumpf kann man schlecht anfassen um das Modell mit drehender Luftschraube aus der Hand zu werfen. Mir ist das zu gefährlich. Bei einer relativ gut gemähten Piste kann man einen Startwagen verwenden. Dieser muss allerdings eine entsprechende Bodenfreiheit haben, damit ein 18 Zoll Propeller nicht zum Rasenmäher wird. Das Transportieren dieses Startwagens erfordert auch viel Platz im Kofferraum. Der Start vom Startwagen ist relativ problemlos, so lange dieser schön geradeaus läuft und das Modell nicht seitlich auf diesem vor dem Abheben wandert oder durch Unebenheiten in der Graspiste auf dem Startwagen hoch und runter springt. So war ich auf der Suche nach einer anderen Möglichkeit. Inspiriert wurde ich durch die schönen Starts mit Hilfe eines Gummiseils am Hang. Dazu befindet sich im vorderen Teil des Rumpfes auf der Unterseite ein Loch. Innen im Rumpf ist ein Hartholzklotz mit einem schrägen Loch  (ca. 45 ° nach vorn oben gerichtet) eingeharzt. In dieses Loch steckt man lediglich einen Metallstift von ca. 5 bis 6mm Durchmesser, welcher sich an einer Keflarschnur und diese wiederum an einem Gummiseil befindet.

Auslösehaken und Zugstift im Rumpf

Genau mit dieser Starttechnik kann man den Segler (natürlich auch andere Modelle, welche eine Anfangsbeschleunigung zum Start benötigen) auch im Flachland in die Luft befördern. Die Gummiseile gibt es im einschlägigen Fachhandel und müssen nach dem Gewicht des Modells dimensioniert werden. Das einzige Problem ist, wie löst man diese gespannten Gummiseile allein als Pilot aus, damit man keine fremde Hilfe benötigt?

Im Internet fand ich die richtigen Ideen. Im Reitsportbedarf gibt es sogenannte „Panikhaken“. Diese verwendet man, um in kritischen Situationen ein Pferd (Fluchttier) weglaufen lassen zu können. Zum Auslösen wird eine Muffe nach hinten gezogen.

Eine noch einfachere und komplett fertige Lösung fand ich in einem Auslösehaken, welcher im Wasserskibedarf zu erweben ist.

Ausklinkvorrichtung und Zugstift

Dieser ist komplett aus Edelstahl gefertigt. Der Vorteil ist, dass auch gleich eine Zugvorrichtung zum Ausklinken vorhanden ist. Diese muss man lediglich verlängern und am Ende mit einer Schlaufe versehen.

Ausklinkvorrichtung

Diese Schlaufe zieht man mit einem Fuß langsam nach hinten, bis die Auslösevorrichtung den Gummi und somit das Modell freigibt.

Mit dem Gummiseil sind durchaus Überhöhungen größer 5 Meter erreichbar.

Nachdem das Modell beschleunigt worden ist und der Haken aus dem Rumpf gefallen ist, kann man den Elektromotor einschalten. Ein weiterer Vorteil ist, dass man für den Start keine wertvolle Energie aus dem Akku benötigt.

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Ein Nachteil hat die ganze Sache auch. Man muss die entsprechenden Verankerungen in den Boden bringen und zusätzlich Führungsstäbe an einer Flügelseite anordnen, damit das Modell gerade vom Boden „abgeflitscht“ wird. Das ist natürlich alles etwas aufwendig. Auch das Spannen der Gummiseile erfordert etwas Kraft und Vorsicht. Für das Modell ist es eine relativ sichere Startmethode.